Wie arbeitet VORSA?

Hier finden Sie wichtige Informationen für Anfragen und zur Arbeitsweise von VORSA
  • Anfragen

    Anfragen können telefonisch oder per Mail (Achtung Datenschutz) gestellt werden. Wenn ein Einsatz sinnvoll erscheint, wird entweder ein verbindliches Erstgespräch oder ein unverbindliches Kennenlern-Gespräch abgemacht. Ein Kennenlern-Gespräch wird nur verrechnet, wenn der Auftrag zustande kommt, andernfalls ist es gratis. VORSA führt keine Warteliste, sodass Anfragen in der Regel innerhalb von zwei Arbeitstagen beantwortet werden können. Falls VORSA ein passendes Angebot machen kann, erhalten Sie eine schriftliche Offerte mit den Vertragsbestimmungen.

  • Kosten

    Der Stundenansatz beträgt für alle Dienstleistungen einheitlich 145 Franken. Zusätzlich wird die Zeit für den Arbeitsweg zur Hälfte als Arbeitszeit angerechnet. Die Autokilometer-Entschädigung beträgt Fr. -.69 pro Kilometer; Billette des öffentlichen Verkehrs werden in 2. Klasse zum Halbtaxtarif verrechnet – beides ab Wohnort des jeweiligen Familiencoaches. Die Rechnung wird aufgrund des effektiven Aufwandes monatlich anhand eines detaillierten Kontaktkalenders gestellt.

  • Arbeitsweise
    1. Ein wesentlicher Bestandteil der Wirksamkeit einer SPF bildet die Tatsache, dass direkte Hilfe vor Ort geleistet wird. Damit ist die Übersetzung der Hilfe in die praktischen Lebensumstände der Familie entscheidend erleichtert. Bedingungen für diese Hilfe vor Ort sind professionelle Diskretion des Familiencoaches und ein gutes Vertrauensverhältnis zur Familie.
    2. Wichtig sind gut geklärte Aufträge und Rollen: Der Familiencoach soll als unabhängige und kompetente Fachperson wahrgenommen werden, welche einzig und alleine die deklarierten Ziele verfolgt und die Familie bei der Zielerreichung unterstützt.
    3. Humor spielt eine wichtige Rolle. Mit Lust lachen zu können, sei es über sich selber oder über andere, erleichtert und schafft immer wieder eine gute Balance zwischen Nähe und Distanz zu den Problemen. Wer Witze macht, relativiert die Wirklichkeit und stellt hergebrachte Sichtweisen in Frage. Witze verunsichern Selbstverständliches und fördern so einen Perspektivenwechsel.
      Aufsatz zu «Sozialarbeiterwitzen»
    4. Die Wirksamkeit der Sozialpädagogischen Familienbegleitung entsteht durch die Kreativität in der Anwendung ihrer vielfältigen Arbeitsweise. So individuell jede Familie ist, so individuell ist das jeweilige Vorgehen.
    5. Die Aufgabe der SPF liegt darin, die passenden Instrumente zur richtigen Zeit, am richtigen Ort und in der angemessenen Dosierung anzuwenden. Dazu liefern die folgenden Theorien und Methoden ein umfassendes Potenzial an Techniken:

      Die Aufgabe und die Kunst des Familiencoaches liegt darin, die passenden Instrumente zur richtigen Zeit, am richtigen Ort und in der angemessenen Dosierung anzuwenden.

      • Der Systemische Ansatz versteht menschliche und soziale Systeme (Einzelpersonen, Familien, Gruppen etc.) in den Wechselwirkungen ihrer einzelnen Elemente im Gesamtzusammenhang und nicht in einem kausalen Bild von Ursache und Wirkung. Daraus erklärt sich, wie wichtig der umfassende Blick auf Interaktionen, Beziehungen und Kommunikation zum Beispiel der Familienmitglieder untereinander ist. Systemische Ansätze betrachten das Verhalten der einzelnen Familienmitglieder als sinnvoll aufeinander bezogen. 
        Die zugrunde liegende «Allgemeine Systemtheorie» beruht auf den wissenschaftlichen Erkenntnissen der «Biophysik offener Systeme», wonach kein Element irgendeines lebenden Systemes (physikalisch, biologisch, sozial) ohne Wechselwirkung zu seiner Umgebung existiert. Daraus wurden Gesetzmässigkeiten über das Funktionieren oder eben über das «Gleichgewicht» von Systemen entwickelt. Wichtige Prinzipien von Systemen sind demnach auch Komplexität, Rückkoppelung und Selbstorganisation.
        Der systemische Ansatz versucht, das individuelle Verhalten im Rahmen der Wechselwirkungen innerhalb der Familie oder eines anderen sozialen Systemes zu verstehen, und unter dieser Gesamtschau Lösungen für bestehende Konflikte zu finden.
      • Die Sozialpädagogik versucht, die Eigenverantwortung eines Menschen oder einer Familie und damit den selbständigen Umgang mit den verschiedensten Lebenslagen in der Gesellschaft zu stärken. Sie initiiert, gestaltet und begleitet aktiv Prozesse, die dem Ziel der Eigenverantwortung und Selbständigkeit dienen. Dadurch bietet sie Unterstützung und Orientierung bei Veränderungsprozessen.
      • Innerhalb des systemischen Ansatzes setzt die Sozialpädagogische Familienbegleitung Techniken aus der kurz-therapeutischen und lösungs-orientierten Familienarbeit ein. Das Vorgehen orientiert sich am Muster «Stärken – Ausnahmen – Lösungen – Ressourcen», wobei Ausnahmen jene Momente sind, in denen das Problem nicht auftritt. Familiäre Ressourcen oder Kompetenzen werden gestärkt und entwickelt. Die Familie gewinnt mehr Lösungsmöglichkeiten für auftretende Probleme.
      • Mittels Empowerment wird versucht, Resignation und Demoralisierung zu überwinden. Ziel ist es, die Handlungsmöglichkeiten der Familie so zu erweitern, dass sie (wieder) in der Lage ist, ihr Leben selber zu bestimmen.
      • SPF arbeitet prozess- und entwicklungsorientiert. Alles was ver-wickelt ist, wird ent-wickelt. Festgefahrene (und damit erhaltende) Problemansichten werden möglichst demokratisch diskutiert und damit in Bewegung gebracht. Durch die Bewegung werden Ansichten angenähert oder zumindest geklärt, und es können neue Lösungsideen eingebracht werden. Ein Problem ist dann gelöst, wenn die Beteiligten überwiegend der Meinung sind, dass es gelöst ist.
  • Schlussevaluation

    Familie (2 Mal) und Auftraggebende (1 Mal) erhalten nach Abschluss einen Fragebogen zur Rückmeldung über die Resultate der SPF. Zusammen mit den zu Auftragsbeginn erhobenen Daten, sowie der Auswertung der Verlaufsdaten (Zahlen), wird eine anonyme qualitative und quantitative Evaluation erstellt.